Analogfotographie
Jemand sagte mir, ich solle warten. Ich stellte mich an und fand mich am Ende der Schlange wieder. Vor mir stand ein blauer, leicht schiefer und fast verrotteter Holzzaun, und hinter dem, in einem Kiefernwäldchen, der GAZ-69A meines Großvaters stand.
Das Kiefernwäldchen musste am längsten warten. Es wartete seit 25 Jahren auf seine nahezu vollständige Abholzung. Ursache war die unvermeidliche Gentrifizierung, die unser Dorf erreicht hatte – zusammen mit dem Auftauchen des neuen Nachbarn Zhenja auf seinem Quad. Als Nächstes in der Schlange war der GAZ-69A. Sein Motor war von innen geplatzt, nachdem ich vergessen hatte, vor dem Winter das Wasser aus dem Kühler abzulassen.
Der Zaun hingegen musste nicht lange warten: Er wurde schnell abgerissen und dem Feuer überlassen. An seiner Stelle entstand ein anderer Zaun – aus dem damals beliebten Metallgitter, gespannt über quadratische Metallpfosten. Wenn man an einem Ende dieses Gitters rüttelte, liefen Wellen hindurch und erzeugten einen charakteristischen Klang. Ich werde den Klang dieser Gitterwellen nie vergessen. Als Kinder lagen wir darauf herum wie auf einer senkrecht aufgehängten Hängematte, und er knarrte auf seltsame Weise. Auf der Seite des Wäldchens, das noch nicht gerodet war, war das Gitter an einer Metallgarage befestigt, in der wir den bereits kaputten GAZ-69A aufbewahrten. Die Garage resonierte und machte alles noch klangvoller. Die Garage wartet immer noch.
Projektinformation
Kategorie:
Analogfotographie
Medium:
Baryt-Fotopapier, 17,8×24 cm
Datum:
unbekannt
studio
kategorien